Nahaufnahme Coding auf dem Bildschirm. Frau programmiert html-Codeauf dem Bildschirm Laptop.
Besonders die einfache Modifizierbarkeit von Open Source Software stellt sich in der heutigen Krisensituation der Corona-Pandemie als großer Vorteil heraus.
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Open Source Software ist im Bewusstsein zahlreicher Unternehmen mittlerweile fest verankert und gerade zur aktuellen Krisenzeit werden die Stärken von quelloffener Software besonders deutlich. Wir zeigen, welche Vorteile Open Source-Systeme mitbringen und warum das Content-Management-System Drupal für viele Unternehmen die optimale Lösung ist.

Einführung in das Open-Source-Prinzip

Der Begriff Open Source steht für den offenen Quellcode eines Programms. So kann im Prinzip jeder den Quellcode verändern und die Open Source Software dadurch erweitern, auf Lücken prüfen und korrigieren.

Manchmal wird Open Source mit Freeware verwechselt – hier differenzieren wir klar: Freeware ist kostenlose Software mit offenem Quelltext und darf verbreitet, vervielfältigt und auch modifiziert werden. Open Source-Lösungen sind zwar in der Regel ebenfalls frei erhältlich, doch vor allem Unternehmen und Organisationen müssen bei der Erweiterung und dem Weiterverkauf von Open Source-Produkten auf die verschiedenen Lizenzbedingungen einer OSS (Open Source Software) achten. Sind die rechtlichen Bedingungen einmal geprüft, können alle Möglichkeiten von Open Source gewinnbringend ausgeschöpft werden.

Entwicklung in den letzten Jahren

Quelloffene Software gab es bereits in den 1970er Jahren, als IT noch EDV hieß. Damals war es für Entwickler üblich, den Quellcode untereinander auszutauschen und sich bei der Optimierung der Software gegenseitig zu helfen. Wenige Jahre später – durch die Kommerzialisierung von Software – wurde auf „Closed Software“ umgestellt. Große Softwarehersteller entwickelten ihre Produkte von nun an unter Ausschluss der Öffentlichkeit und konkurrierten miteinander. 1998 wurde der Begriff Open Source erstmals von Bruce Perens und Eric S. Raymond – den Gründern der Open Source Initiative (OSI) – verwendet und damit das alte Konzept neu aufgerollt. Daraufhin entwickelten sich Projekte wie die Mozilla Public License – uns allen bekannt durch den gleichnamigen Browser, sowie den E-Mail-Client Thunderbird. Heute gehört die Nutzung von OSS durch zahlreiche Webbrowser, Plattformen und Content-Management-Systeme zu unserem Alltag und ist nicht mehr wegzudenken.

Vor- und Nachteile der Open-Source-Technologie

Eines der stärksten Argumente für Open Source ist sowohl für Unternehmen als auch für Privatpersonen natürlich die kostenfreie Verwendung. Daneben bietet OSS weitere Vorteile für Unternehmen, jedoch auch ein paar Nachteile:

PLUS:

  • Keine Lizenzkosten für kontinuierliche Anpassung und Weiterentwicklung, wodurch das freie Budget somit für maßgeschneiderte Lösungen verwendet werden kann.
  • Zahlreiche fertige Lösungen für die verschiedensten Anwendungsfälle sind bereits kostenlos verfügbar.
  • Lebendige Community sorgt für ständige Weiterentwicklung und neue Features.
  • Modifikation von Open Source-Software ermöglicht die Anpassung an die eigenen Anforderungen.
  • Stärkung der Reputation durch eigene Open Source-Projekte.

MINUS:

  • Qualität und Sicherheit sind von der Entwickler-Community abhängig (grundsätzlich: je bekannter die Software, desto größer die Community und umso häufiger die Updates)
  • Kein persönlicher Support bei Fehlern und Fragen vorhanden. Allerdings findet man in einer großen Community meist schnell eine passende Lösung.
  • Eigene Modifikationen müssen je nach OS-Lizenz teilweise ebenfalls kostenlos veröffentlicht werden.
  • Schwachstellen und Lücken liegen offen und können so durch Angreifer schneller ausgenutzt werden. Wieder greift hier jedoch die große Community, die diese Lücken ebenfalls schnell finden kann.

Open Source im Einsatz – aktuelle Lage

Besonders die einfache Modifizierbarkeit von Open Source Software stellt sich in der heutigen Krisensituation der Corona-Pandemie als großer Vorteil heraus. Dank des offenen Quellcodes kann Software einfacher an die veränderten Umstände und Bedürfnisse angepasst werden. Unternehmen, die OSS in ihrer Organisation einsetzen, können auf diese Weise agiler handeln und schnell auf die neue Situation reagieren. Wie folgende Zahlen zeigen, hat auch schon ein Großteil der deutschen Unternehmen die Vorteile von Open Source-Software erkannt.

Open Source-Systeme bilden heute in vielen IT-Bereichen den Großteil der eingesetzten Software. So funktionieren etwa 70 Prozent aller weltweiten Server über Linux und bilden damit den Löwenanteil bei der Nutzung des Internets. Android ist mit 80 Prozent Marktanteil der größte Vertreter der Betriebssysteme und Softwareplattformen für mobile Endgeräte. Bei den Content-Management-Systemen zählt WordPress – ebenfalls Open Source – zum internationalen Spitzenreiter mit ca. 50 Prozent Marktanteil. Mit WordPress werden heute außerdem über 30 Prozent aller Webseiten gepflegt.

Eine Umfrage des Bundesverbands für Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) aus dem Jahr 2019 hat außerdem ergeben, dass bereits 69 Prozent aller deutschen Unternehmen OSS einsetzen.

CMS Drupal: Deshalb ist die OS-Lösung beliebt bei Unternehmen

Das Content Management System Drupal ist im privaten Bereich nicht so bekannt wie WordPress, bietet Unternehmen allerdings einige Vorteile gegenüber kommerziellen Lösungen wie Sitecore oder Adobe. Drupal findet weltweit bereits bei etwa zwei Prozent aller Websites Anwendung und ist mit einem Marktanteil von 3,4 Prozent bei den CMS vertreten.

Kommerzielle Lösungen bieten zwar häufig einen großen Funktionsumfang, werden aber oft in einem Komplettpaket angeboten und sind mit beträchtlichen Lizenzkosten verbunden, die zudem oft periodisch anfallen. Die einzelnen Funktionen werden von Unternehmen oft nur teilweise genutzt, müssen aber ebenfalls bezahlt werden. Hinzu kommt, dass der einzelne Kunde meist nur wenig Einfluss auf die Weiterentwicklung der Software und deren Funktionsumfang hat.

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Eine OS-Lösung wie Drupal löst diese Probleme und bietet sämtliche Vorzüge eines Open Source-Systems. Drupal ist kostenfrei, hat eine große und aktive Entwickler-Community (Stand 2020: mehr als 53.000 Entwickler weltweit) und bietet Entwicklern viele Freiheiten durch seine Modifizierbarkeit. Außerdem löst Drupal ein zentrales Problem von Open Source-CMS: Alle Weiterentwicklungen der Basisfunktionen müssen einen strengen Auditing-Prozess durchlaufen, es gibt regelmäßige Sicherheitsupdates und durch die architektonische Trennung der Basisfunktionen der einzelnen Module haben Fehler innerhalb dieser Module während eines Updates keine Auswirkung auf die Basisfunktionen. Durch den modularen Aufbau kann Drupal mit verhältnismäßig geringem Aufwand auf die jeweiligen Bedürfnisse angepasst werden.

Drupal – Distributionen & Module

Bei den Distributionen handelt es sich um komplette Drupal-Kopien, die neben dem Drupal-Core zusätzliche Funktionen oder Software enthalten. Dabei unterscheidet man zwischen zwei Hauptarten von Drupal-Distributionen:

  • Vollwertige Distributionen: Komplettlösungen für spezielle Anwendungsfälle
  • Andere Distributionen: Schnellstart-Tools, Startpunkte für Entwickler und Site-Builder

Ein bekanntes Beispiel für eine Drupal-Distribution ist Thunder. Diese Distribution wurde 2016 vom deutschen Medienkonzern Hubert Burda Media entwickelt und enthält spezielle Funktionen für die digitale Verlag- und Medien-Branche. Thunder ist außerdem das Basis-CMS unseres Kunden ISPO.

Ähnlich wie die zahlreichen Plugins für WordPress, fungieren auch die Module in Drupal als Erweiterungen. Sie können als Paket installiert werden und fügen sich nahtlos ins bestehende System ein. Drupal-Nutzer können sowohl weit verbreitete, komplette CRM-Software wie Mailchimp oder Salesforce als Modul integrieren als auch bestimmte Funktionen durch Formular- oder Übersetzungsmanagement-Module realisieren.

Drupal im Praxiseinsatz

Bei The Digitale haben wir mithilfe von Drupal schon mehrere Erfolgsprojekte umgesetzt. Dazu gehört die Integration des KI-Übersetzungstools DeepL in die Website unseres Kunden ISPO sowie die Erstellung eines neuen Seitentemplates mit der direkten Anbindung zum Marketing Automation Tool Eloqua.


Quellen:

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